Zwei mal Skymarathon am Wochenende: Livigno und Monte Rosa

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Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen des Skyrunning. Mit dem Livigno Skymarathon fand in Italien das zweite Rennen der Skyrunning World Series statt. In Alagna am Fuß des Monte Rosa Massivs feierte man das Skyrunning in seiner ursprünglichen Form. Wie in den Anfängen des Sports in den 90ern führt die Strecke beim Monte Rosa Skymarathon vom Talort auf direktem Wege auf einen hohen Gipfel (Signalkuppe) und wieder hinab.

Livigno Skymarathon

34 Kilometer und 2700 Höhenmeter mussten die Läufer und Läuferinnen beim Livigno Skymarathn zurücklegen. Die vom Streckenteam um Marco de Gaspari entworfene Strecke geizte nicht mit großartigen Gratpassagen, kurzen Klettersteigstellen und langen Schneefeldquerungen. Die rumänische Skyrunnerin Denisa Dragomir kam mit diesen Bedingungen am besten zurecht und feierte einen Start-Ziel Sieg mit respektablem Vorsprung. Erst 20 Minuten nach ihr erreichte Dynafit Athletin Eli Anne Dvergsdal aus Norwegen das Ziel. Etwas überraschend aber umso erfreulicher ist der dritte Platz von Rosanna Buchauer. Die aus Bayern stammende Wahl-Innsbruckerin setzte, im letzten Anstieg noch auf Platz 5 liegend, alles auf eine Karte und wurde belohnt. Besagten Platz 5 belegte die Zillertalerin Stephanie Kröll.

(c) Livigno Skymarathon

Nicht müde von seinem fünften Platz vor einer Woche bei der Olla de Nuria schien Christian Mathys zu sein. Der Schweizer Bergläufer dominierte das Rennen von Beginn bis Ende und ließ Manuel Merillas aus Spanien und Pascal Buchs, ebenfalls aus der Schweiz, nur die Plätze 2 und 3. Die beiden Local Heros und als Favoriten gehandelten Daniel Antonioli und Elisa Desco erwischten keinen guten Tag und verpassten das Podium deutlich. Asics Läufer und Mitglied des Berglauf Nationalteams Benedikt Hoffmann zeigte mit Platz 6 eine starke Leistung, mit der er sich angesichts der selektiven Strecke und der starken Konkurrenz zufrieden zeigte. Das nächste Rennen der Skyrunning World Series findet schon am kommenden Wochenende statt. Erstmalig wird ein österreichisches Rennen Gastgeber sein. Mit dem Kaiserkrone Skyrace wartet ein sehr technischer Kurs im Wilden Kaiser auf die internationalen Athlet*innen. Wir sind gespannt und werden vor Ort sein.

(c) Livigno Skymarathon

Monte Rosa Skymarathon

In Zweierteams und mit umfangreicher Ausrüstung (Seil, Gurt, Microspikes etc.) wird beim Monte Rosa Skymarathon gelaufen. Beziehungsweise eher gestiegen und dann wieder gefallen. Schließlich gilt es 3500 Höhenmeter zu überwinden bis zur auf 4554 Meter gelegenen Margherita Hütte, welche den Wendepunkt des Rennens markiert. Am schnellsten wieder im Tal waren die beiden aus dem Skibergsteigen kommenden Athleten William Bofelli und Nadir Maguet. Der Italiener Bofelli gewann das Rennen damit zum dritten mal hintereinander- jeweils mit einem anderen Partner. Franco Colle, der 2018 noch mit Bofelli gewonnen hatte, belegte zusammen mit Tadei Pivk Platz zwei. Dritte wurden Daniel Thedy und Henry Grosjacques.

(c) Monte Rosa Skymarathon

Die beiden schwedischen Zwillinge Sana und Lina El Kott Helander haben ihre Stärke schon bei vielen Rennen unter Beweis gestellt. In so großer Höhe waren sie aber noch nie unterwegs. Ihr Sieg war daher keine Selbstverständlichkeit. Den starken Itlaienerinnen Turini und Besseghini, die das Rennen 2019 auf Platz 1 liegend durch einen Sturz nicht beenden konnten, blieb nur Platz zwei– knapp vor Cugnetto und Jacquin, ebenfalls aus Italien. Eva Sperger  belegte mit ihrer Partnerin Marcela Vasinova einen starken vierten Platz, war allerdings mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden. „Die deutlich langsamer Leistung im Vergleich zu vor 2 Jahren gibt Anlass zur Analyse.“ Damals lief sie zusammen mit dem Schweizer Adrian Zurbrügg und konnte die Mixed Kategorie gewinnen.

(c) Monte Rosa Skymarathon

Auf der durch die warmen Temperaturen sehr weichen Schneedecke gab es auch einen Zwischenfall. Ein Athlet stürzte in eine Gletscherspalte, konnte aber von seinem Partner mit dem Seil gehalten werden. Ein weiteres Team um den Schweden Andre Jonssen eilte sofort zur Hilfe, sodass der Verunglückte mit gemeinsamen Kräften schnell wieder aus der Spalte gezogen werden konnte. Mit dem Rettungshubschrauber wurde der Verunglückte ins nächste Krankenhaus gebracht. Er ist ein Glück nicht ernsthaft verletzt worden. Andre Jonssen und sein Partner verloren einige Minuten und beendeten das Rennen auf Platz 9.  „Ich bin ziemlich stolz auf das was wir heute erreicht haben. Nebenbei: Gut zu wissen, dass das ultraleichte Equipment was wir benutzen im Ernstfall wirklich funktioniert. “