Wenn Trails zu Schnee werden und Läufer auf Skiern stehen

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Wenn Trails zu Schnee werden und Läufer auf Skiern stehen.

Von Berenice Maria May

Von Null auf Skimarathon, so lautete die Einladung zur Premiere zum Skilanglaufcamp von Peter Schlickenrieder 2015.
33 Teilnehmer, ein dreiköpfiges Trainer Team, eine berauschend schön Gegend am Passo Lavaze im Val di Femme in Trentino und wie alles begann…
Ich, die Trailbegeisterte aus dem Teutoburger Wald wusste zu dem Zeitpunkt der Einladung natürlich nichts von dem bekannten Abenteurer in Person. Der Name P. Schlickenrieder bzw. die Person fiel mir erstmals auf als dieser die Alpen X Strecke mit Denis Wischniewski ablief und es ansehnliche Bilder im sozialen Netwerk gab.

Mhhm, der kommt also vom Skilanglauf, war sogar richtig erfolgreich, Silber-Medaille, Olympia und jetzt rennt er durch die wundervollen langen krassen Trails. Verkehrt kann seine Paradedisziplin also nicht sein dachte ich mir. Ein wenig Schnee, Südtirol ein paar Tage Ausdauertraining und mal ganz was Neues – da habe ich nicht lang überleg und bin einfach hin zu diesem ansprechendem Trainingscamp. Natürlich ohne jemals davor auf einem Ski gestanden zu haben. Dafür aber mit unendlich viel Lust auf eine neue sportliche Challenge.

Fünf trainingsintensive Tage lernen von den Besten, das hat mich wirklich angesprochen.
Die Vorstellungsrunde zum Auftakt war dann direkt etwas Furcht einflößend.
Alle berichten von diversen Volksläufen, Marathons und Wettkämpfen über 90 Kilometern (Vasalauf und so) natürlich auf Langlaufschiern…Techniken sollten verfeinert werden, die langen Gleitphasen verbessert, Wachstechnicken vom Ski optimiert werden – so u.a. die absolut professionell klingenden Wünsche und Erwartungen der Teilnehmer an die Coaches.
Am Ende outeten sich drei Teilnehmer, dass sie einfach Skilanglauf von Grund auf erlernen wollen und keine Ahnung davon haben ob sie Klassisch oder Skating fahren wollen, weil sie schlicht den Unterschied bis dato nicht kennen.
Eine davon war natürlich ich.
Drei Trainer vor Ort stellten sich anschließend äußerst symphytisch und euphorisierend vor und los ging es dann zackig mit dem Verleih von Ski, Stock und Schuh (Salomon und Leki). Alle schienen extrem motiviert.
In aufgeteilten Gruppen gab es vormittags Klassisches und Skating Techniktraining bei Gerd Müller, Peter Schlickenrieder und Thomas Freimuth (von Ausdauer Netzwerk). Jeder Teilnehmer kam in den Genuss verschiedener Trainigsarten und Lehrmethoden. Rasend schnell entfachte die sportliche Leidenschaft in jedem von uns. Egal ob Anfänger oder Speziallist.

Mittags wurde in der Sonne pausierst, sich rege ausgetauscht, wurden Nudeln der besten Art genossen und hier da selbstverständlich Wein gekostet.
Nachmittags wurde auf der 5 Kilometer langen Loipe die erlernte Technik direkt umgesetzt und präzisiert.
Per Videoanalyse oder von den Trainern direkt wurde dann korrigiert, verbessert, ermutigt und inspiriert.
Am Ende des Tages konnte jeder so lange auf der Loipe fahren wie er dann wolle. Mein Feierabend Ritual war dann in einem bequemen Trail Schuh genüsslich (natürlich ganz brav an der Seite) über die Loipe zu laufen .
Viele Stunden draußen auf 1800 Höhenmetern intensiv und ausdauernd zu verbringen lud die Teilnehmer anschließend zur Erholung und Versammlung in der Sauna ein. Gespräche rund um den Sport, die Berge, Abenteuer, Wettkämpfe, Wünsche, Ziele und Reisetipps wurden fortlaufend, überall und zu jedem Tag bis schließlich spät in die Nacht hinein geführt. Alle um einen herum waren diesbezüglich herrlich normal. Die Teilnehmer, Sportler aus verschiedensten Ausdauer Bereichen besonders bergbegeistert und interessant. Schnell wurden diverse Freundschaften geschlossen.

Abends gab es (mit liebe zubereitetes) viel italienisches Essen und Trinken. Zur Abrundung des Tages dann u.a. Vorträge übers Ski wachsen, das Besteigen von 7000er und Training und Trainingsplanung. Jeder Vortrag von wirklich so unterhaltsamen Typen, dass sich allein dafür die Teilnahme am Camp gelohnt hätte. Es wurde gelernt, begeistert und viel gelacht.
Die Beine wurden morgens von Tag zu Tag schwerer – für mich ein herrliches Gefühl. Insgesamt gab es acht intensive Einheiten, eine davon sogar im WM Stadion von 2013.
Es war anstrengend, herausfordernd, neue Muskeln wurde deutlicher und meine Ungeduld wurde maßlos geschult. Ein zwei blaue Flecken durften natürlich nicht fehlen. Das Resultat jedoch war ein erstaunliches. Mit jeder Menge Freude und Begeisterung hab ich in den 5 Tagen wirklich die Grundlagen beim Klassik und Skating erlernt.
So sicher dass ich mich jetzt auf der Loipe oder frei ohne sofort als Anfänger aufzufallen tatsächlich sportlich bewegen kann. Die Challange von Null auf Marathon hat das Team des Camps in meinem und den beiden anderen Anfänger Fällen meisterhaft akzeptiert und gemeistert. Jeder Teilnehmer konnte am Ende technisch und menschlich bereichert und mit Enthusiasmus in Hinsicht auf kommende Wettkämpfe abreisen. Es war rundum eine perfekte Auszeit für mich im Skicamp in Lavazejoch. Am letzten Tag nach der letzten Einheit durfte der run auf den Hausberg natürlich nicht fehlen. Ein grandioses Finale für mich das Gipfelkreuz auf dem Pala di Santa….Trail running ist halt doch noch meine wahre große Liebe.Skilanglauf eine wirklich großartige Ergänzung und Herausforderung dazu.

Nächstes Jahr zur selben Zeit am selben Ort mit Peter Schlickenrieder – wird spätestens weitergemacht. Ich freu mich drauf!

Mehr Camps mit Peter Schlickenrieder findet ihr hier auf unserer Homepage unter LESERCAMPS.

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