Streckenrekorde bei Olla de Nuria und Premiere beim Tschirgant Skyrace

1344 0

Ein erstmalig richtig volles Rennwochenende liegt hinter uns. Auf internationaler Bühne sorgte das erste Rennen der Golden Trail Serie für Aufsehen. Auf lokaler Ebene stillten viele von Euch beim Tschirgant Sky Run in Imst ihren Durst (oder sogar Brand?) nach Trail Events. Wie immer Montags, fassen wir das Geschehen in unseren Race-News zusammen.

Deutlich kürzer aber dennoch ein würdiger Ersatz für das abgesagte Zegama war das erste Rennen der Golden Trail Series: Die Olla de Nuria. Über 20 Kilometer und knapp 2000 Höhenmeter führte der Kurs ausschließlich über anspruchsvolle Bergpfade zwischen 2000 und 3000 Metern Höhe in den katalanischen Pyrenäen. Gleich im ersten Anstieg wurde ordentlich Tempo gemacht. Wenig überraschend führte der für seine Uphill Qualitäten bekannte Remi Bonnet das Feld an. Dass der erfahrene Norweger Stian Angermund im Feld der jungen Wilden aber nur knapp dahinter den ersten Gipfel (Puigmal) erreichte, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. In ihrer ganz eigenen Liga lief Maude Mathys. Nur wenige Minuten nach den Männern erreichte sie den Gipfel und distanzierte alle anderen Frauen damit schon im ersten Anstieg um ganze 5 Minuten. Im weiteren Rennverlauf baute sie diesen Vorsprung sogar noch aus und gewann schließlich mit neuem Streckenrekord und 13 Minuten Vorsprung auf Platz zwei. Auf diesem folgte die ehemalige Orientierungsläuferin Judith Wyder und sorgte damit für einen Schweizer Doppelsieg bei den Frauen. Nach einem bewegenden Jahr mit der Geburt ihrer zweiten Tochter sowie einem überwundenen Hirnschlag, zeigte sich Wyder mit dieser starken Leistung überaus zufrieden. Platz drei komplettierte die Spanierin Oihana Kortazar und lies damit viele weitere starke Läuferinnen wie Blandine Hirondel (FRA), Rachel Drake (USA) oder Fanny Borgström (SWE) hinter sich. Zurück zum Rennen der Männer. Hier spielte Angermund seine Stärken im technischen Gelände und im Downhill voll aus und distanzierte Remi Bonnet, der noch stürzte und an der Hand genäht werden musste. Davide Magnini kam noch dicht an den Schweizer heran, musste sich aber am Ende mit Platz drei zufrieden geben. Der junge und selbstbewusste Italiener war mit seiner starken Podiumplatzierung nicht ganz zufrieden. Er hatte sich wohl noch mehr ausgerechnet. Das Treppchen war also genau wie bei den Frauen ein reines Salomon Podium. Erst auf den weiteren Plätzen folgten Läufer von La Sportiva (Nadir Maguet und Jan Margarit Sole) oder Hoka One One (Sylvain Cachart und Nicolas Martin). Bei der 14. Asutragung der Olla de Nuria blieb die komplette Top Ten unter dem alten Streckenrekord von Kilian Jornet aus dem Jahr 2009 (2:14:56). Die Strecke war aber wohl etwas kürzer als damals und die Zeiten von daher nur bedingt vergleichbar.

Neben den überaus erfolgreichen Schweizern mit drei Podiumsplatzierungen waren deutsche und österreichische Läufer*innen kaum vertreten. Immerhin waren mit Ida Sophie Hegemann (The North Face) und Aoife Quigly (Salomon) zwei weibliche Trailrunning-Talente aus Deutschland am Start. Mit Platz 19? (fehlt noch in der Ergebnisliste) lief Aoife im starken Frauenfeld trotz Krämpfen in der zweiten Rennhälfte  in die Top 20 eines starken internationalen Feldes und kann damit sehr zufrieden sein. Für Ida war das Rennen nach einer erst vor kurzem überstandenen Verletzung eher Teil ihrer Rekonvaleszenz. Mit Platz 33 war sie zufrieden und nahm einige Trainingsanregungen („Ich trainiere jetzt nur noch Downhill“) mit nach Hause. Hier die komplette Ergebnisliste der Olla de Nuria.

Einen ausführlichen Bericht über das Rennen findet ihr in der nächsten Printausgabe des TRAIl Magazins.

Bilder: Philipp Reiter und Jordi Saragossa

.

 

Schon mehrere Jahre gibt es in Imst rund um den Trailrunning Verein Trailmotion einer sehr große und begeisterte Lauf-Community. Es war also nur eine Frage der Zeit bis aus diesem Umfeld auch ein Rennen erwächst. Nach der Absage im letzten Jahr, war die diesjährige Veranstaltung das erste Trail-Event welches in Österreich stattfand. Rund um den namensgebenden Gipfel Tschirgant wurde auf 4 Distanzen gelaufen. Charlotte Heim (Allgäu Outlet racing Team) und Christoph Lauterbach (Adidas Terrex) siegten auf der 16 Kilometer langen Kurzdistanz. Der 26 Kilometer lange Tschirgant Skyrun führte einmal auf den Gipfel und wieder zurück. Diese Distanz war sehr stark besetzt. Am Ende setzten sich die beiden Wahl-Innsbrucker Thomas Roach (Schottland) und Charlotte Dewilde (Belgien) durch. Beim Marathon siegte der Lokalmatador Martin Mattle und die Österreicherin Sabrina Puell. Beim 52 Kilometer langen Ultra setzten sich die Favoriten durch. Die beiden Deutschen Marie Luise Mühlhuber und Markus Mingo siegten– wenn auch nur knapp.

Trotz Navigationsproblemen einiger weniger Teilnehmer, zeigte sich die Community überaus begeistert von der Premiere des Tschirgant Sky Runs. Die komplette Ergebnisliste findet ihr hier.

So langsam werden die Wochenenden wieder richtig voll. Zumindest im Alpenraum konnte man dieses Wochenende zwischen mehreren Trail Veranstaltungen wählen. Mit dem Dolomiti Extreme Trail und dem Doppia W Ultra fanden zwei weitere Trail-Veranstaltungen im nördlichen Italien statt. Die Ergebnisse sind hier zu finden: Ergebnisse Dolomiti Extreme Trail und Ergebnisse Doppia W Ultra

Wir hoffen nun, dass wir in unseren zukünftigen montaglichen Race-News bald auch wieder von Events in Deutschland und den Mittelgebirgen berichten können.