SPEZIAL: United Kingdom Fellrunning

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SPEZIAL UNITED KINGDOM FELLRUNNING

Paddy, Bob und die Fells

Unser Autor Benni Bublak war in Zeiten des Brexit bei den Briten und beeindruckt: Man kann sich zwar von der EU lossagen, bleibt aber dennoch für immer die ultimative Union für rauhen und ehrlichen Laufsport in Europa.

„The Round“. So heißt der Pub direkt neben der Moot Hall in Keswick, die seit jeher Start und Zielpunkt der Bob Graham Round ist. Im The Round laufen auf einer Videoleinwand dementsprechend auch keine Premier-League-Spiele. Sondern Typ*innen in Splitshorts und bunten Singlets steile Grasrampen hoch. Fellrunning. Ein Sport, beheimatet und tief verwurzelt im Lake District, England. Wir sitzen also in diesem Pub und bestellen ein wohlverdientes Ale. Zumindest fühlt es sich sehr verdient an nach 100 km und 42 Gipfeln.

Wenn du nach 8.000 bewältigten Höhenmetern in schwierigstem Gelände das Ziel erreicht, sogar noch einen Schlussspurt eingelegt hast, um unter 19 Stunden zu bleiben, fühlst du dich, nun ja, schon wie ein Superheld, der etwas Außergewöhnliches geschafft hat. Wie lange wir denn für die „BG“ gebraucht hätten, ist die erste Frage des Barkeepers. „Wow, das ist schnell. Ich hab für meine damals 22 Stunden gebraucht.“ Okay. Ziemlich fit hier, die Barkeeper. Soviel zur Außergewöhnlichkeit. So ist das im Lake District. Als richtiger Fellrunner muss man eben einmal in diesem Pub neben der Moot Hall sitzen – mit 42 Gipfeln in den Beinen.
Ein richtiger Fellrunner? Was das ist, konnte ich mir vor knapp einem Jahr noch nicht wirklich erklären. Nun gut, die Briten nennen ihre Berge eben Fells. Aber deswegen gleich einen eigenen Sport postulieren? Einen ersten Eindruck sollte ich letzten November bekommen. Relativ spontan schloss ich mich einer illustren deutschen Reisegruppe bestehend aus sechs Läufern an, die sich vorgenommen hatte, die Paddy Buckley Round in Wales zu absolvieren. 100 km in 24 Stunden. Das hörte sich erstmal machbar an. Doch machen wir es kurz: Wir scheiterten. Fellrunning ist eben doch mehr als ein paar Pfade abzulaufen. Dazu später mehr. Jetzt geht es erstmal vom Lake District hinüber nach Wales. Und damit an den Anfang meiner britischen Reise.
Da war also noch eine Rechnung offen mit den 47 Gipfeln der Paddy Buckley Round. Wieder mit dem Flieger für ein verlängertes Wochenende Richtung Snowdonia? Nein, diesmal wollte ich es richtig machen. Also wurde der Familienvan gepackt und der Sommerurlaub auf die Insel verlegt. Zuerst die offene Rechnung mit Paddy begleichen und dann weiter zu Bob, dem Vater aller Fellrunning Challenges im Lake District. Soweit der rein sportliche Plan. Dazwischen: aufsaugen, wie sich das verhält mit einem Sport, der eine Historie aufweist, von der Trailrunning, aber auch viele andere Sportarten nur träumen können.

Paddy Buckley: Hüfttiefe Bogs und ein besonderes  Gemeinschaftsgefühl
„Die Paddy ist die kniffligste und eigenwilligste der drei klassischen 24 Hour Rounds“, schreibt der Inov-8-Profi und Laufjournalist Damian Hall nach seinem Rekordlauf auf selbiger. Wir können, nein müssen das bestätigen. Das Gelände der Paddy könnte vielfältiger und fordernder kaum sein. Nasses Gras, brusthohes Farnkraut, knietiefe Sumpflandschaften und jede Menge verblocktes Felsgelände. Während Pfade und Wege rares Gut sind, wird man sich an nasse Füße gewöhnen müssen. Hinzu kommt das Problem der Navigation. Bei guter Sicht machbar, ein Himmelfahrtskommando bei Nebel, Regen oder Dunkelheit.
Gut, dass es Frank gibt. Frank Kleinsorg aus Göttingen ist nicht nur ein ungemein geselliger und motivierter Läufer und Freund, sondern einer, der viele Erfahrungen für uns schon abgehakt hat. Seit letztem Jahr darf er sich erster deutscher Finisher der Bob Graham Round nennen. Insgesamt drei Versuche hat es gebraucht. Der Schlüssel zum Erfolg schließlich: ein mehrköpfiges Support-Team. Eine Herangehensweise, auf die die britischen Fellrunner bei ihren Attempts so gut wie immer vertrauen. Da rennt dann einer über alle Gipfel, stetig flankiert von mindestens zwei Mitstreitern, die ihn auf den einzelnen Legs begleiten, verpflegen, navigieren und, ja, auch bezeugen, dass alle Gipfel passiert wurden. Ganz ehrlich: Anfangs war ich skeptisch. Funktioniert das? Als Trailrunner ist man es gewohnt allein unterwegs zu sein, in seinem eigenen Tempo, nur bei sich, frei von sozialer Verantwortung. Inzwischen sage ich: Das Gemeinschaftsgefühl, dieses Planen, Laufen und Feiern gemeinsam mit Freunden, ist die geheime Zutat, die das Laufen einer der drei großen Fellrunning-Runden erst möglich und so richtig schmackhaft macht.
Gute Freunde. Genau das ist das Team rund um Paul Calderbank für Frank geworden. Hier in Wales stehen sie wieder alle da, extra angereist, um uns bei der Paddy Buckley zu supporten. Uns. Das sollte vor allem Frank sein, plus ein paar von ihm angefixte Freunde, inklusive mir. Leider verhinderte eine Verletzung Franks Teilnahme. So stehe ich also an einem Samstagmorgen gemeinsam mit Ole Evers in Capel Curig, bereit, die Paddy zu laufen. Ole ist so etwas wie der Laufazubi von Frank. Ein junger bis in die Haarspitzen motivierter Typ, der gerade anfängt mit voller Leidenschaft die ganz langen Kanten für sich zu entdecken.
Leg 1 ist der mit Abstand längste und kniffligste Abschnitt der PBR. Lange läuft man durch knöchelhohes Wasser, froh, wenn man diesen Abschnitt hinter sich bringt, ohne hüfttief in einem der Bogs (Sümpfe) zu versinken. Die Gipfel sind oft nur kleine, kaum auszumachende Steinhaufen auf einem Bergrücken. Navigation ist also essenziell, um ja keinen Gipfel zu verpassen. Denn da sind sie genau. Die Fellrunner. Ein Versuch ist nur erfolgreich, wenn du auch jeden Gipfel passiert und berührt hast. Fünf Meter daneben wäre mehr als nur knapp vorbei. Das Pacing auf Leg 2 übernimmt Lawrie. Lawrie läuft seit seiner Jugend und Zeit bei der British Army. Und das ist schon etwas her. Denn: Lawrie ist 64. Ein wahnsinnig fitter und – erlaubt mir diesen Kommentar – unglaublich schneidiger 64-Jähriger. Mit Ultimate Direction Race Vest und minimalen Inov-8 Schlappen ist er Trailrunning-modisch hip unterwegs. Leg 3 ist der Snowdon Leg. Wir passieren den höchsten Punkt von Wales. Das forderndste Gelände hat Leg 4. Viele Felsgelände und einige Kletterei warten auf uns – und das im Dunkeln. Ich werde erstmals etwas müde. Gut, dass Tom Thomas uns begleitet. Der quirlige Läufer ist eigentlich auf den Straßen Manchesters zu Hause – und dies nicht langsam. Für uns hat er für ein Wochenende das Gelände gewechselt und sorgt nun mit seiner extrovertierten Art und lockeren Zunge dafür, dass ich wach bleibe. Auf dem letzten Leg machen wir nochmal etwas Tempo. So gut es eben geht, mit 20 Stunden und knapp 8.000 Hm in den Beinen. Die ersten Sonnenstrahlen geben uns nochmal etwas Kraft. Paul, der Kopf und Hauptorganisator unserer Unternehmung, begleitet uns mit seiner väterlichen Art. Nach etwas mehr als 23 Stunden erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt. Zufrieden und glücklich. Die ersten beiden deutschen Finisher der Paddy Buckley Round.

Fellrunning: Karte, Kompass und Kommerzialisierung
Eine Woche später. Ich laufe, nach Luft ringend, mitten durch brusthohes Gras. Mein einziger Anhaltspunkt: ein Läufer 50 Meter vor mir, dem ich blind folge. Er biegt ab. Eine steile, nasse Wiese. Ich sitze zweimal auf dem Hosenboden. Es sind die letzten Kilometer des Kentmere Horseshoe Fellrace. Einen Tag vorher habe ich mir noch kurzerhand Kompass und Karte besorgt. Die Pflichtausrüstung bei jedem Fellrace. Denn Streckenmarkierungen wird man dort ebenso wenig finden wie elektrische Zeitmessung und Verpflegungspunkte. Da sich meine Skills der Kompass- und Kartennavigation auf ein Minimum beschränken, besteht meine Race-Taktik diesmal im … Hinterherlaufen.
Fellrunning ist ein traditionsbewusster Sport. Kommerzialisierung und Innovationen sind ihm fremd. Das Startgeld für ein Rennen beträgt meistens 5, höchstens 10 Pfund. Das Konzept dieser Rennen ist dementsprechend angenehm reduziert. Reduziert auf das Laufen. Bis zum Gipfel und wieder hinunter. Die Routenwahl ist frei. Oft sind es weniger als 10 km und 1.000 Hm. Es gibt aber auch längere Rennen. Mit über 20 km gehört ein Fellrace schon in die Kategorie L (Long Race). Neben der Kategorie für die Länge eines Rennens (S, M, L), gibt es auch Kategorien für die Steilheit (A, B, C). Und wenn man will, kann man jedes Wochenende mindestens zwei Fellraces im Lake District laufen. Die Fellrunning Association veröffentlicht jährlich einen umfangreichen Kalender mit 400 bis 500 Rennen in Schottland, England und Wales.
Im Zielkorridor wird meine Zeit auf einen Zettel geschrieben. Ich setze mich auf die Wiese neben meine britischen Mitstreiter*innen und genieße den Austausch. „Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich die schnellste Route war“, offenbart mir der Läufer, dem ich die letzten Kilometer gefolgt bin. Ich muss lachen und freue mich daran, wie simpel und gleichzeitig spannend doch das Laufen im Gelände sein kann, wenn man es auf das Wesentliche reduziert.

Bob Graham Round: Geschichte der Gipfelsucht
Der Lake District ist ein Paradies für Gipfelsüchtige. An einem wunderschönen Sommerabend will ich nur ein kurzes Läufchen machen. Aber die Langdale Pikes liegen alle in Sprungweite, sodass ich am Ende auf Gipfel Nummer 5 stehe und doch keine 10 km auf der Uhr habe. Apropos: Gipfelsüchtig sind sie schon sehr lange im Lake District.
Im Jahr 1904 bereits erdachte sich ein Dr. Wakefield eine Challenge: Wie viele Gipfel schaffe ich innerhalb von 24 Stunden? Die 24 Hour Fellrunning Challenge war geboren. Im Jahr 1932 stellte der Gärtner und Wirt Bob Graham einen neuen 24 Hour Fell Rekord auf, indem er auf einer Runde – ausgehend und endend bei der Moot Hall in Keswick – 42 Gipfel erstieg, nicht ahnend, dass genau diese Runde Jahrzehnte später einen echten Kultstatus erringen sollte. 1971 wurde ein Club gegründet, dessen Mitglied man nur werden kann, wenn man die Heldentat von Bob Graham wiederholt. Weit über 2.000 Mitglieder zählt der Club inzwischen. Darunter seit Kurzem auch Kilian Jornet, dessen Rekordlauf hinsichtlich eines potenziellen Popularitätsschubs der BGR übrigens nicht nur positiv gesehen wird innerhalb der Fellrunning-Szene.
Mitten in der Nacht stehen also auch wir vor der Moot Hall. Mein Kumpel Johannes Stimpfle ist nicht nur Inov-8-Athlet, sondern auch Mitglied im Running Club Ambleside AC. Ihm haben wir es zu verdanken, dass ein ganzes Team an Supportern für unseren BGR Attempt bereitsteht. Darunter Ben Abdelnoor, der eine Woche später einen neuen Rekord für die Frog Graham aufstellen sollte, eine Swim Run Challenge, inspiriert von der BGR. Oder Tom Gibbs, ein ehemaliger Adventure Racing Champion und nun selbst Veranstalter eines Adventure Race in Schottland. Und dann wäre da noch Dan Duxbury. Ein Lehrer, der seine Sommerferien gerne damit verbringt alle 282 Munros (Gipfel über 3.000 ft) Schottlands zu besteigen. Eine tougher Typ, was man angesichts seines eher endomorphen Erscheinungsbilds nicht sofort vermuten mag.

An guter Gesellschaft und allerhand Gesprächsstoff mangelte es also nicht während unseres Abenteuers. Aber auch sonst stand unsere BGR unter einem guten Stern. Abgesehen von einem kurzen Verläuferchen gleich zu Beginn gab es keine Navigationsprobleme. Auch dank des guten Wetterfensters. Ein Highlight war sicher der Anstieg zum höchsten Berg Englands Scafell Pike. Wir laufen mitten in das gleichzeitig stattfindende Borrowdale Fellrace hinein und ernten Komplimente für unsere flotte Pace. Unsere Startzeit von 2 Uhr war perfekt gewählt, um zu bester Pubzeit wieder in Keswick einzulaufen. Wir sitzen noch kurz bei Pizza und Bier im eingangs erwähnten The Round, bevor jeder seiner Wege geht. So endet unsere 19-stündige Reise durch die Fells wie die meisten Läufe hier in den Lakes: unaufgeregt leise, aber umso ehrlicher und unvergesslicher. Die Fells kommen mir nach diesen drei Wochen bereits unheimlich vertraut vor. Sie sind ein großer Spielplatz für jeden Läufer. Fast jeder Gipfel und jedes Tal hat hier sein eigenes Fellrace, jedes Gebiet seine eigene große 24 Hour Challenge, jedes Dorf seinen eigenen Running Club. Trailrunner oder Fellrunner, ich habe das Gefühl, hier sollte jeder Läufer heimisch werden – mindestens für ein paar Wochen.

 

Fellrunning-Links

www.bobgrahamclub.org.uk
Seite des Bob Graham Clubs mit allen Infos zur BGR inklusive Mitgliederliste und Möglichkeiten, einen Attempt zu registrieren.

www.fellrunner.org.uk
Seite der Fellrunning Association mit großer Übersicht aller Fellrunning-Events

www.gofar.org.uk
Sehr gute Informationsseite über die 3 großen UK Big Rounds und weitere Ultra Challenges in Großbritannien

Die 3 UK Big Rounds

Die lange Historie des Fellrunning hat viele Lauf-Challenges hervorgebracht. Die drei wichtigsten sind ohne Frage die drei UK Big Rounds. Es ist kein Zufall, dass man auf ihnen die jeweils höchsten Berge von England, Schottland und Wales erklimmen muss. Scafell, Ben Nevis und Snowdon mögen die topografischen Highlights sein, doch ist jede der drei Runden für sich eine eigene unvergleichliche Reise, die es in unter 24 Stunden zu bewältigen gilt.

Bob Graham Round im Lake District/England
An seinem 42. Geburtstag im Jahr 1932 erklomm Bob Graham 42 Gipfel im Lake District innerhalb von 24 Stunden und legte damit einen Kurs fest, der bis heute als die größte und weit über die Grenzen des Lake District hinaus bekannte Fellrunning Challenge gilt. Aber erst knapp 40 Jahre später nach Bobs Tod begann die eigentliche Story der BGR mit Gründung des Bob Graham Clubs. Regeln für die Bestreitung der BG wurden festgelegt, und nur erfolgreiche Finisher der Runde wurden fortan Mitglied des Clubs. Letztes Jahr wurde der seit 36 Jahren ungebrochene Rekord von Billy Bland durch Kilian Jornet um eine Stunde verbessert und liegt nun bei 12 h 52 min. Ebenfalls äußerst beachtlich ist der Frauen-Rekord von 15 h 24 min, aufgestellt von Jasmin Paris im Jahr 2016. Bob Graham etablierte damit eine feste Runde von Gipfeln, wollte aber selbst nur einen neuen 24 Hour Fell Rekord aufstellen. Dieser liegt inzwischen bei 77 Gipfeln, aufgestellt durch Mark Hartell 1997. Der aktuelle Halter des Rekords ist automatisch auch Präsident des Bob Graham Clubs. Wer den Lake District kennt stellt sich natürlich die Frage, wie ein Gipfel als solcher definiert wird. Die Lösung: Es müssen „Wainwright-Peaks“ sein. Ein geflügelter Begriff im Lake District, welcher alle 214 Gipfel des Gebiets umfasst, die von Alfred Wainwright in seinem berühmten 7-bändigen Wanderführer, zwischen 1955-1966, illustriert und beschrieben wurden.

Paddy Buckley Round in Snowdonia/Wales
Das walisische Pendant zur Bob Graham wurde 1982 von Paddy Buckley entworfen. Er selbst ist die Runde nie gelaufen, führt aber noch heute sämtliche Statistiken zur Runde und nimmt jeden erfolgreichen Versuch auf. Die PB führt auf gut 100 km und 8.000 Hm über 47 walisische Fells, darunter der höchste Berg Wales: Snowdon. Alle anderen Gipfel führen nur walisische Namen und sind dementsprechend weniger eingängig. Ein Gipfel ist sogar namenlos. Die PB hat den Ruf, härter zu sein als die BG. Im Unterschied zur BG kann die PB an einem beliebigen Punkt begonnen werden. Auch wenn jeder versucht die Runde unter 24 h zu beenden, gibt es kein offizielles Zeitlimit. Im Juni diesen Jahres stellte der Inov-8-Athlet Damian Hall mit 17:31 h einen neuen Rekord auf. Den Frauen-Rekord hält Jasmin Paris (18:33 h, 2016).

Charley Ramsay Round in Western Highlands/Schottland
Neben der walisischen und englischen Runde gibt es natürlich auch ein schottisches Äquivalent. 1978 von Charley Ramsay entworfen, führt die Runde über 24 Munros (schottische Bezeichnung für Berge über 3.000 ft). Obwohl sie deutlich weniger Gipfel hat, weist sie vergleichbare Daten auf betreffend Länge und Höhenmetern (60 Meilen, 28.000 ft) wie die BG und PB. Die Ramsay Round ist bekannt und berüchtigt für ihr abgelegenes Terrain, die wenigen Support-Punkte und die herausfordernde Navigation. Start und Ziel ist das Glen Nevis Youth Hostel bei Fort Williams. Bemerkenswert: Die schnellste jemals absolvierte Zeit (16 h 13 min) lief Jasmin Paris im Jahr 2016. Innerhalb eines Jahres stellte sie damit nicht nur einen neuen Frauen-Rekord für die BG und die PB, sondern auch einen Overall-Rekord für die Ramsay Round auf.

Besuch bei Inov-8: Graphen und der Grip vom Dorf
Staveley ist ein Dorf am Eingang des Lake District. Eine kleine Straße und ein paar Häuser, hinter denen sich die ersten grünen Hügel der Lakes erheben – das war es auch schon. In einer Seitenstraße verbirgt sich ein kleines Industriegebiet mit einer Brauerei und gleich nebenan, etwas versteckt, das Inov-8 Headquarter.
Gut 20 Mitarbeiter feilen hier an den Schuhen, die vor allem bekannt sind für ihr ungemein aggressives Profil mit dem unschlagbaren Grip.

Wenn es eine Schuhmarke gibt, die mit einer Region, ja einem Gebirge verbunden und assoziiert wird, dann ist es Inov-8. Der Lake District ist Heimat und Inspirationsquelle zugleich. Nasses, grasiges, gar sumpfiges Terrain führt da unweigerlich zum angesprochenen aggressiv-tiefen Profil. Allerdings würde man der Marke unrecht tun, sie auf den Fellrunning-Sport zu reduzieren. Wir sind zu Besuch. Trade Marketing Manager Adrian Hope zeigt uns die neue Schuhkollektion. Uns fällt auf: So vielfältig und breit aufgestellt wie die Inov-8-Modelle sind nur wenige andere Schuhmarken. Da gibt es Schuhe für „soft and muddy“, „hard and rocky“, „path and trails“ sowie schmale und breite Passformen, mit und ohne Rockplate, von viel bis keine Sprengung. Wer bei Inov-8 keinen passenden Schuh findet, findet ihn wahrscheinlich nirgendwo.

Zentrales Thema, und damit zurück zu den Fellrunning-Wurzeln, ist weiterhin der Grip. Hier geben Inov-8 ein Versprechen ab. Der Schuh soll nicht nur in jedem Gelände, sondern vor allem auch lange halten. Möglich macht dies der einzigartige Werkstoff Graphen, entwickelt und entdeckt an der Universität Manchester. Einzigartig in seiner zweidimensionalen Struktur ist dieses Material sehr leicht und gleichzeitig so zugfest wie kein anderes. 1.100 Meilen hat der Inov-8-Athlet Ben Mounsey mit einem Paar Graphen-Schlappen zurückgelegt. In Zeiten, in denen man sich alle paar Jahre ein neues Handy zulegen muss, weil das alte den Dienst versagt, gibt Inov-8 damit ein Versprechen ab, welches wir uneingeschränkt begrüßen, aber auch prüfen wollen.

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