Namberger, Pascall und Hahner siegen am Trail-Wochenende der Superlative!

2228 0

Namberger, Pascell, Walmsley! Sind nur drei der vielen herausragenden Protagonisten dieses Renn-Wochenendes der Extraklasse. Wir fassen die Ereignisse und Ergebnisse der vergangenen 3 Tage kompakt zusammen.

Text: Benni Bublak

Western States 100– das Rennen der Frauen

Wenig Schnee, aber große Hitze- das waren die klimatischen Vorraussetzungen für den traditionsreichen Big Dance zwischen Squaw Valley und Placer High School. Wie fast zu erwarten, wurde das Rennen eine One Man Show. Lange Zeit lief Jim Walmsley Streckenrekord-Splits. Nur der selbstbewusste Hayden Hawks hängte sich zu Beginn an seine Fersen. Top Favorit Nummer zwei Jared Hazen lief lange auf Platz drei, musste das Rennen später aber vorzeitig beenden. Auch Hawks bekam in der großen Hitze der Canyons Probleme und musste völlig am Ende an einer der Aid Stations eine Stunde pausieren, bewies aber Kampfgeist und beendete seinen ersten Hundertmeiler immerhin noch auf Platz acht. Unbeeindruckt dessen lief Walmsley ein einsames Rennen zum Sieg. Aufgrund der Hitze fast eine halbe Stunde langsamer als bei seinem Streckenrekord 2019. Erst 90 Minuten später folgten auf Platz zwei und drei die beiden (noch weitgehend unbekannten) Nike Athleten Green und Holmen. Abgesehen von Walmsley, der die viertbeste Western States Zeit aller Zeiten lief, war das Männerrennen im Vergleich zu anderen Jahren ein Langsames.

Sieger Jim Walmsley im Ziel // Foto: IRunFar

Dass das aber nicht nur an den heißen Bedingungen gelegen haben kann, bewiesen einmal mehr die Frauen. Hier war das Rennen deutlich enger und spannender. Insgesamt platzierten sich drei Frauen unter den Top Ten und neun (!) Frauen unter den Top 20 overall. Wahnsinn! Im Gegensatz zum Männerfeld war das Frauenfeld auch international besetzt. Ja erstmals in der Geschichte des Western States lief sogar keine Amerikanerin aufs Podium. Die Französin Audrey Tanguy war eine der Übersee Athletinnen. Sie lief von Beginn an vorne weg, gefolgt von einigen Amerikanerinnen (Heron, Gallagher, Bracy). Schon ab Meile 15 setzte sich aber die Britin Beth Pascall, die die letzten 10 Wochen in den USA verbrachte, in Führung und gab diese bis zum Ende des Rennens nicht mehr ab. Sicher schien ihr der Sieg aber bis kurz vor Schluss nicht zu sein. Die Neuseeländerin Ruth Croft und die Niederländerin Ragna Debats liefen ein sehr kontrolliertes und intelligentes Rennen, konnten aber am Ende Pascell, die bei schwierigen Bedingungen die zweitbeste Zeit in der Geschichte des Western States lief, nicht mehr gefährlich werden. Sowohl Ruth Croft (Platz zwei) als auch Ragna Debats (Platz drei) debütierten auf den 100 Meilen, was ihre Leistungen umso beeindruckender macht. Die letztjährige Zweite Brittany Peterson lief auf Rang 4. Clare Gallagher finishte das Rennen auf Platz 17, allerdings über 5 Stunden langsamer als bei ihrem Sieg 2019.

 

Siegerin Beth Pascell // Foto: IrunFar

Ergebnisse WESTERN STATES 100:

  1. Jim WALMSLEY.                                   1. Beth PASCALL
  2. Tyler GREEN                                          2. Ruth CROFT
  3. Drew HOLMEN                                      3. Ragna DEBATS
  4. Cody LIND                                               4. Brittany Peterson
  5. Tim TOLLEFSEN                                   5. Katie ASMUSEN
  6. Kyle PIETARI                                         6. Audrey TANGUY
  7. Stephen KERSH                                     7. Emily HAWGOOD
  8. Hayden HAWKS                                    8. Camelia MAYFIELD
  9. Kyle CURTIN                                          9. Keely HENNINGER
  10. Alex NICHOLS                                       10. Kaci LICKTEIG

Lavaredo Ultratrail– die Show des Hannes Namberger

Ok wir wussten es. Unser Trailrunner des Jahres 2020 ist in wahnsinniger Form und hat im letzten Jahr einfach nochmal einen riesigen Sprung gemacht. Dass Hannes Namberger aber den Lavaredo Ultratrail gewinnt, noch dazu in Streckenrekord-Zeit (schneller als Tim Tollefsen und Hayden Hawks), darauf hätten wir dann doch nicht gewettet. Was eine Show, was ein Rennen. Von beginn an lief der Ruhpoldinger zusammen mit dem Italiener Andreas Reiterer und dem Spanier Andreu Simon Aymerich in Front. Schnell war klar, dass einer der drei heute das Rennen macht. Während Reiterer nach 90 Kilometern aussteigen musste, lieferten sich Aymerich und Namberger ein Kopf an Kopf Rennen. Erst im letzten Downhill konnte Hannes den Spanier distanzieren und siegte schließlich in 12 Stunden und 2 Minuten. Aymerich folgte 7 Minuten später auf Platz zwei. Platz drei belegte mit einer halben Stunde Respektsabstand Sebastian Krogvik aus Norwegen.  Terrex Profi Janosch Kowalczyk erwischte hingegen keinen guten Tag. Nach Problemen mit den Augen in der Nacht und weiteren Schweirigkeiten erkämpfte er sich dennoch das Finish auf Platz 20. Florian Grasel lief bei seinem ersten Rennen nach 2 Jahren auf einen starken 12. Platz. Andre Purschke belegte Platz 30.

 

Sieger Hannes Namberger in der Nacht vor den Drei Zinnen

Bei den Frauen setzte sich die noch relativ junge (29 Jahre) aber schon sehr erfahrene (Siegerin Ultra Trail Cape Town, 3. Platz CCC 2019) Ultraläuferin Camille Bruyas durch. Die Französin siegte mit 18 Minuten Vorsprung vor der Amerikanerin Katie Schide auf Platz zwei. Platz drei belegte mit einem superstarken Comeback nach einigen psychischen Problemen im letzten Jahr die Schwedin Mimmi Kotka. Seit diesem Jahr La Sportiva Athletin.

Siegerin Camille Bruyas im Ziel in Cortina

Ergebnisse LAVAREDO ULTRATRAIL:

  1. Hannes NAMBERGER                            1. Camille BRUYAS
  2. Andreu SIMON AYMERICH                 2. Katie SCHIDE
  3. Sebastian KROGVIG                               3. Mimmi KOTKA
  4. Peter VAN DER ZORN                           4. Azara GARCIA
  5. Elias KADI                                                5. Kathrin GÖTZ
  6. Marco DE GASPARI                               6. Paulina KRAWCZAK
  7. Alban BERSON                                        7. Esther FELLHOFER
  8. Johan LANTZ                                           8. Anna KOROBKO
  9. Roberto MASTROTTO.                          9. Sophie GRANT
  10. Fotis ZISIMOPOULOS                          10. Malgorzata PAZDA-POZORSKA

.    12. Florian GRASEL

.    20. Janosch KOWALCZYK

.    30. Andre PURSCHKE

Kaiserkrone Trail- das wilde Skyrace am Kaiser

Erstmalig machte die Skyrunning World Series in Österreich halt. Auch wenn die Serie nicht mehr die absoluten Top-Athleten anzuziehen vermag, war dies für die Region Wilder Kaiser die erstmalig ein Trailrunning Event ausrichtete, doch etwas Besonderes. Der Kurs konnte sich sehen lassen und zählt definitiv zu den besonders anspruchsvollen Skyraces, wie zum Beispiel dem Matterhorn Ultraks Extreme. Der Schweizer Christian Mathys ließ am Ende keine Zweifel offen und holte sich seinen zweiten Sieg in Folge, nach seinem Erfolg beim Livigno Skyrace vor einer Woche. Waren am ersten Gipfel noch Ueda (Sieger Skyrunnign World Series 2019), Hermann (österreichischer Skimo-Star) und Innerhofer (österreichischer Berglauf-Profi) in Front, ließ Mathys seinen Konkurrenten im super technischen Downhill keine Chance. Nach dem Schlussanstieg über einen Klettersteig nahm Jakob Hermann im finalen Downhill eine falsche Abzweigung und verlor dadurch seinen zweiten Platz an den Japaner Ruy Ueda. Mit seinem dritten Platz kürte er sich allerdings zum österreichischen Skyrunning Meister. Bester deutscher Athlet war Trail Magazin Redakteur Benni Bublak auf Platz sieben. Bei den Damen siegte Stephanie Kröll. Nach ihrem fünften Platz beim Livigino Skymarathon spielte sie ihre großen Stärken im technischen Gelände und im Downhill aus und siegt mit 9 Minuten Vorsprung vor der Spanierin Oihana Urizar. Dritte wurde mit 48 Minuten Rückstand Anna Strakova aus der Schweiz.

Neben dem Skyrace gab es noch drei weitere Distanzen. Beim Speedtrail über 21 Kilometer und 1400 Höhenmeter gab die Marathon Läuferin Anna Hahner ihr Trail Debüt. Die am Chiemsee lebende Läuferin hatte sich spontan entschieden teilzunehmen, nachdem sie in den letzten Wochen das Laufen in den Bergen unweit ihrer Heimat lieben gelernt hatte. Der Switch von der Straße auf den Trail gelang ihr bravourös. Mit 11 Minuten Vrosprung vor der Terrex Atheltin Dioni Gorla belegte sie den sogleich den ersten Platz. Platz drei belegte Almut Dreßler. Etwas überrascht  waren Christoph Lauterbach und Moritz Auf der Heide über ihren gemeinsamen Sieg im Ziel. Der führende Thomas Roach hatte sich verlaufen und wurde daher disqualifiziert. Lauterbach und Auf der Heide, die sich einen harten Kampf lieferten, entschieden kurz vor Schluss, dass heute keiner der beiden der Stärkere war und liefen gemeinsam als Sieger über die Ziellinie. Beim Marathon Trail, der eigentlich ein ausgewachsener Ultra (56 km, 3800 hm) war, umrundeten die Läufer das Kaisermassiv auf dem Kaiserkrone Wanderweg. Die Damen Konkurrenz gewann die Ungarin Eszter Varga vor ihrer Landsfrau Ildiko Wermescher und Anna Jansen. Schnellster Läufer war  der in Graz lebende Deutsche Alex Dautel. Nur knappe 2 Minuten später folgte auch schon Salomon Läufer Lukas Sörgel und komplettierte damit die starken Leistungen deutscher Elite-Trailrunner (Auf der Heide, Dautel, Lauterbach, Sörgel, Hahner, Gorla, Dreßler, Bublak) am Wilden Kaiser.

Eindrücke vom Kaiserkrone Skyrace am Wilden Kaiser // Fotos: Philipp Freund (Freund der Berge)

Ergebnisse KAISERKRONE TRAIL:

Skyrace

  1. Christian MATHYS.                                                                  1. Stephanie KRÖLL
  2. Ruy UEDA                                                                                  2. Oihana Azkorbebetiia URIZAR
  3. Jakob HERMANN.                                                                   3. Anna Strakova

.      7. Benjamin BUBLAK                                                                     7. Sabrina PRAGER

Speed Trail

  1. Christoph LAUTERBACH/Moritz AUF DER HEIDE       1. Anna HAHNER

.      3. Hans Peter INNERHOFER                                               2. Dioni GORLA

.                                                                                                           3. Almut DREßLER

Marathon Trail

  1. Alex DAUTEL                                                                              1. Eszter VARGA
  2. Lukas SÖRGEL                                                                           2. Ildiko WERMESCHER
  3. Marcus BURGER                                                                        3. Anna JANSEN

 

 

Neuer FKT auf dem GR 20

Eine weitere hochkarätige Meldung des Wochenendes kommt von der französischen Insel Korsika. Dort ist der lokale Trailrunner Lambert Santelli eine Neue Fastest Known Time auf dem GR20 gelaufen. 30 Stunden und 25 Minuten brauchte der Korse und war damit über eine halbe Stunde schneller als der bisherige Rekordhalter Francois D’haene.