Mike & Harald: Bericht von weiter hinten …

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Für unsere Breitensport-Kolumne berichten Mike und Harald fortan, wie angekündigt, nun regelmässig. Diesmal waren die Brüder im Geiste in Lichtenstein beim Halbmarathon am Start.


Lichtensteincamp oder 3 schöne Tage unter Gleichgesinnten!

Endlich war es soweit! Das verlängerte Lichtenstein Wochenende steht vor der Tür! HarryTrailHirsch hat sich für das Camp enschieden! Zelten und Laufen! Das eine hab ich letztmalig zu Bundeswehrzeiten gemacht, das andere tue ich jetzt seit über 56 Jahre. Schnell noch einen Schlafsack gekauft! Ute ist mit von der Partie und gewährt mir Asyl in ihrem großen Zelt -hoffentlich! Mike, die Black Mamba, kommt zusammen mit seinem Bruder erst am Freitag und übernachtet dann im Hotel. Weichei!

Tag 1:
Beim Sportplatz auf dem Berg angekommen, kurz Denis begrüßt und nach Ute Ausschau gehalten. Da ist sie ja schon! Der Zeltplatz ist schon gut besucht! Überall ist reges Treiben und Fluchen! Warum nur? Ist super Wetter! Kruzikreuzkrappensack…..hab schon den dritten Hering krumm geschlagen. Fluche ich etwa? Ist doch super Wetter! Nachdem wir den Kampf mit dem steinigen Untergrund beendet haben, drehen wir eine Runde durch’s Camp! Zwei ehemaligen Mitstreiter vom KWT Camp 2015 sind auch da, ansonsten, wenn ich mich so umschaue, lauter fitte Typen und Gazellen bis auf eine Person! Darf wohl nicht mehr in den Spiegel schauen.
Um 13 Uhr ist dann eine kurze offizielle Begrüßung durch Denis. So, 13:30, Revierguide ist angesagt! Es werden uns die verschiedenen Guides vorgestellt, es gibt die Langstrecke, wird uns erzählt, so zwischen 20 und 30 km, man beachte die präzise Längenangabe, und die kurze Strecke mit ca. 10 bis 13 km. Wir können dann noch wählen zwischen einer schnellen und einer gemütlichen Gruppe! Natürlich wählen Ute und ich, vom Ehrgeiz getrieben, die Genussgruppe! Kurze Einweisung und los geht’s! Langsam? Genuss? Okay? Mit Besenwagen kenn ich mich ja aus! Kurz am Hartplatz entlang tauchen wir in die Lichtensteiner Trailwelt ein! Muss mich ranhalten um nicht ganz den Anschluss zu verlieren! Ah, da vorne geht’s hoch! Die Gruppe wird wieder auf natürliche Weise (Anstieg) zusammengeführt. Jetzt schalten die meisten auf den Walking Modus um, tja, eben LaWaLa, meine Paradedisziplin! Immer wieder sammeln wir uns an markanten Punkten, genießen kurz die Aussicht, schauen nach ob noch alle da sind, vor allem meine Wenigkeit, um dann weiter rauf und runter zu rennen, auf herrlichen Single Pfaden. Unterwegs treffen wir einen Teil der Langstreckler, haben leider ihre Guides verloren, nachdem diese “gemütlich” vorne weg gebrettert sind! Es ensteht eine längere Debatte mit unseren Guides! Manche der Langstreckler laufen dann in Eigenregie weiter. Kurz danach tauchen ihre Guides mit den schnellfüßigen Mitstreitern auf! Alles ist wieder gut! Das Wetter ist doch so super!
Auch wir starten wieder unseren Lauf,erst mal wieder nach oben und dann wieder runter und wieder rauf, Höhenmeter sammeln nennt man das woh! Zurück am Hartplatz vorbei zum Camp!
GESCHAFFT!
Erst mal was trinken und anschließend geht’s zur Dusche. Hab meinen gekauften Trail Becher zum Ausspülen mit dabei. Nach dem Duschen setze ich mich beim Ausgang auf einen Stuhl, warte da auf Ute. Bin ja Schwabe von Geburt, also automatisch geschäftstüchtig. Sitze so herum und halte mal den nächsten 3 Mitstreitern meinen Becher unter die Nase als sie aus der Dusche kommen. Alle 3 machten erst erstaunte Gesichter und überlegten dann wohl wo sie jetzt ein paar Cent für den Klo Mann herbekommen. Konnte mir nicht lange ein Grinsen vermeiden! Da entspannten sich die Gesichtszüge der 3 und sie lachten erleichtert -eine neue Geschäftsidee-, Denis, du bist doch auch Schwabe?
Abends gibt es noch ein leckeres Abendessen -Maultaschen- wir nennen sie auch “Herrgottsbscheißerla” weil ein paar clevere katholische Mönche so das Freitagsfleischverbot umgingen. Haben das Fleisch einfach im Teigmantel versteckt! Danach noch einen kleinen Spaziergang machen, während die ganz Wilden noch einen Stirnlampenlauf in Angriff nehmen. Als ältere Herrschaften gehen wir frühzeitig ins Zelt und lauschen da unseren jungen Nachbarn beim Feiern zu, Ute nicht sehr lange, hat halt einen gesunden Schlaf, ich etwas länger! Frag mich manchmal was die wohl so geraucht haben? Lach!
Tag 2:
Morgens raus zum Duschraum. Heute wird es noch heißer werden. Meine Füße, die mir leider seit einem halben Jahr Probleme bereiten (Jammern auf hohem Niveau), fühlen sich überraschend gut an! Muss wohl öfters mal Zelten gehen. Nach einem leckeren Frühstück geht es zum nächsten Revierguide Lauf! Auf dem Programm stehen da 10 km! Die packen wir! Kurze Ansprache von den Guides, der Lauf ist ca. 20 bis 25 km lang…..was???…..gibt es welche die nur eine kleine Runde laufen wollen? Zack! Über 20 Hände schießen nach oben, Gottseidank! Also, wieder eine kurze, langsame Gruppe! Wie gewohnt geht es wieder am Hartplatz vorbei, “gemütlich” mal wieder als Besenwagen mit Hundebegleitung! Die Wilden sind schon auf der langen Strecke! Sie laufen den zweiten Teil der morgigen Marathonstrecke! Wir begnügen uns mit einem sehr schönen Teilstück der zweiten Hälfte! Am Schluss gibt es einen herrlichen Downhill und danach einen steilen Anstieg zum Sportplatz hoch!
GESCHAFFT!
Duschen ohne Trail Becher! Ute, was machen wir jetzt mit dem angebrochenen Tag? Was Frau halt so macht, über die Expo schlendern und die Stände der verschiedenen Anbieter anschauen. 10 Minuten später, was machen wir jetzt? Hunger? Sollen wir nach Lichtenstein runter? Müssen dann aber auch wieder hoch! Verdammt heiß heute! Okay! Wir gehen! In Lichtenstein nehmen wir dann wohl die falsche Abzweigung, denn wir finden kein Cafe, Lokal oder ähnliches. Keinen Bock mehr die andere Richtung einzuschlagen. Kurze Beratung! Den steilen Anstieg zum Sportplatz ein zweites Mal in Angriff nehmen, Höhenmeter sammeln. Oben angekommen erst mal Kaffee und Kuchen genießen! Warum nicht gleich so? Nicht fluchen, ist doch super Wetter! Kruzikreuzkrappensack!
Am Spätnachmittag finden dann die Kinderrennen statt! Beneidenswerte Jugend! Kommt super an!
Dann ist es soweit , Mike, die “Back Mamba”, sorry, die “Black Mamba” taucht zusammen mit seinem Zwillingsbruder Sven auf! Wer von beiden fitter aussieht? Kein Kommentar! Ein lautes Hallo, einige Umarmungen und Freude, dass es terminlich bei allen geklappt hat. Kurzes Bessprechen ob es dabei bleibt, dass Mike, Ute und ich für den Denis den Besenwagen beim morgigen Halbmarathon machen. Alles Okay! Sven läuft sein eigenes Rennen! Wir drei machen den Besenwagen!
Ab zum Abendessen, Mike und Sven fahren in die Nachbarortschaft, Ute und ich genießen das wieder sehr gute Abendessen, Reispfanne und Salate! Genießen? Mir ist etwas komisch zumute, gestern auch schon, nur nichts anmerken lassen ( hat nichts mit dem Essen zu tun!!!). Wird schon wieder, einfach mehr trinken!
So, jetzt steht das Briefing für die morgigen Wettkämpfe an. Mike und Sven sind rechtzeitig zurück. Beim Briefing werden nochmals die Strecken beschrieben, der Halbmarathon liegt bei ca. 22 km und etwas über 1000 hm, der Marathon sogar bei knapp 45 km und annähernd 1900 hm! Es gibt nur 3 Verpflegungsstationen, für den Halben nur eine! Bei dem heißen Wetter ist Eigenverpflegung angesagt! Darauf, und auf die Pflichtausrüstung, wird sehr deutlich hingewiesen, auch dass die erste Verpflegungsstation erst nach 14 km beim Schloss Lichtensteinstein kommt! Das wird ein Hammer, da es ja noch heißer werden soll und ich die Strecke ja schon von den letzten 2 Jahren kenne! Mike, du wirst mich wieder lieben, mich mit Kosenamen überschütten, ach, ich freu mich drauf! So ,den Abend lassen wir noch schön ausklingen! Unsere jungen Zeltnachbarn lassen es auch nicht mehr so krachen! Haben wohl doch etwas Respekt vor dem morgigen Rennen! Das ist auch gut so!
Tag 3:
Aufstehen, zur Dusche, auf’s Klo, verdammt, mir geht’s besch……eiden! Erst mal frühstücken! Kein Hunger! Nochmals auf’s Klo! Ute beichten, dass es mir nicht so gut geht! Zelt abbauen! Immer noch nicht besser! Muss irgendwann eine Entscheidung treffen! Nochmals auf’s Klo, hoffen dass was geht! Startklar machen (Startunterlagen haben wir ja schon gestern bekommen). Entscheidung, ist gefallen! Ute, es tut mir leid! Ich werde nicht starten! Die Vernunft sagt mir, dass es besser ist! Sag unten dem Denis Bescheid, dass ich raus bin! Du musst mir jetzt den Besenwagen leiten! Pass mir auf den Mike auf und bring ihn mir heil ins Ziel, den brauch ich noch! Apropo Ute, meine von mir hochgeschätzte Ute hat die ganzen Läufe ohne große Probleme gemeistert! Hut ab Ute und Danke, dass du mir Asyl in deinem Zelt gewährt hast!
Kurz verabschieden und weg sind sie alle Richtung Start in Lichtenstein! So, das war’s! Sitze hier eine längere Zeit in meinem Auto. Kann doch nicht einfach so sang-und klanglos verschwinden! Okay, so beschissen geht mir dann doch nicht, dass ich nicht die anderen anfeuern könnte! Also hochfahren zum Schloss! Da ich ja die Strecke kenne, weiß ich, dass vor dem Schloss,ein kurzer knackiger Anstieg kommt. Hier hab ich mich hingestellt und hab dann jeden einzelnen motiviert, angefeuert und in die richtige Richtung zur Verpflegungsstation gewiesen. Nebenher hab ich noch Werbung für die Läufe gemacht! Viele Besucher fragten was los ist. Eine junge Frau stellte sich mir vor, dass sie hier zufällig Urlaub macht und für “Runners World” arbeitet und sie das super findet, wie ich die Läufer motiviere. Sie will nächstes Jahr auf jeden Fall auch hier starten! Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht! Denis, über die Provision müssen wir noch reden! Meine Empfehlung fürs nächste Jahr, stelle genau da einen gutgelaunten Streckenposten hin! Die Läufer danken es dir!
Ah, da kommt mein Besenwagen! Mike, Ute wie geht es euch? Alle noch gut drauf? Im Schlepptau haben sie noch Heike aus Reutlingen! Wie geht es dir? Besser! Macht’s voll gut! Wir sehen uns!
GESCHAFFT!
Es waren 3 herrliche Tage mit einem noch versönlichen für micht!

Bis zum nächsten Jahr
Euer HarryTrailHirsch

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