Interview: Was macht eigentlich Stephan Hugenschmidt?

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Stephan Hugenschmidt (Team Salomon) siegte 2014 beim Zugspitz Ultratrail und lief beim Transvulcania in die internationale Spitze der Ultra-Trail-Welt.
In diesem Jahr ist es auffallend ruhig um ihn.

Hallo Stephan, wie geht es dir und was machst du zur Zeit?

Wenn du mich vor 2 bis 3 Wochen gefragt hättest, hätte ich geantwortet “schlecht”. Ich war verletzt (Leistenzerrung, Muskelfaserriss), musste alle Wettkämpfe absagen und vor allem konnte ich bei schönstem Sommerwetter nicht in die Berge zum Laufen. Das hat mich auch mental ziemlich gebeutelt. Mittlerweile geht es aber wieder besser und ich habe wieder angefangen auch laufend zu trainieren.

Der Transalpine läuft, der UTMB ist erst kürzlich zu Ende gegangen. In beiden Fällen ohne dich. Wieso?

Das liegt an der eingangs erwähnten Verletzung. Beim UTMB war ich gemeldet und natürlich war es auch mein Saisonhöhepunkt, aber wenn man nicht 100% fit ist, sollte man bei diesem Lauf nicht an den Start gehen. Ich war trotzdem vor Ort, um meine Freunde Matthias Dippacher, Constantin Pade und Philipp Quack anzufeuern und zu begleiten. Zwar hat es schon weh getan nicht selber dabei zu sein, trotzdem war es ein sehr eindrückliches Ereignis. Zudem hat es mich auch motiviert möglichst bald wieder fit zu sein.

Wann wirst du wieder vollkommen fit sein und auch international ins Renngeschehen eingreifen?

Ob ich diese Saison noch Wettkämpfe bestreiten kann, weiss ich nicht. Mein Arzt hat mir geraten, dieses Jahr keine Wettkämpfe mehr zu bestreiten. Die Gründe für die jetzige und auch frühere Verletzungen sind extreme Muskelverkürzungen und -verhärtungen. Die muss ich in den Griff bekommen, sonst ist die nächste Verletzung vorprogrammiert. Leider ist das eine recht langwierige Sache, daher auch die Empfehlung des Arztes.

Hast du Pläne für Ende des Jahres und 2016?

Zunächst heisst es meine “Problemchen” in den Griff zu bekommen. Ich mach fleissig meine Übungen und das scheint sich so langsam auch auszuzahlen. Es geht in jedem Fall steil bergauf und ich bin sicher, dass im Herbst noch schöne Touren in den Bergen möglich sind. Falls es sogar noch für ein kleines Rennen reicht, umso besser. Aber da setze ich mich nicht unter Druck und entscheide kurzfristig.
Mein grosses Ziel für nächstes Jahr ist verletzungsfrei zu bleiben! Mit der Planung von Wettkämpfen bin ich vorsichtig geworden. Die Zwangspause hat mir einmal mehr gezeigt, dass man nicht planen kann, ob bzw. wie fit man in einem Jahr ist. Ich muss auch nicht auf einer Startliste stehen, um mich fürs Training zu motivieren. Schliesslich laufe nicht, um gut bei einem Wettkampf zu sein, sondern weil es mir Spass macht zu laufen.

Danke Stephan für deine Zeit.

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