“Habe noch niemals jemand so leiden sehen!”

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Max Kirschbaum und Christian Alles (Team Asics Frontrunner) starteten beim Etappenrennen AFRICAN X TRAIL in Süadfrika als Team. Doch es kam anders als geplant in einem Land das Max staunen lässt …

Hey Max, ein Pfälzer in Südafrika. Gibts zwischen den Regionen überhaupt einen Unterschied? Man sagt das Steak wäre da unten besser, aber du bist Vegetarier, oder?
Also, Vegetarier bin ich auf keinen Fall. Ich habe mich auch an einheimisches Fleisch gewagt. Es ist anders und auf keinen Fall schlechter!

Der Anlass war das Etappenrennen AfricanXTrailrun, ein Teamwettbewerb, aber du bist alleine ins Ziel gekommen. Was ist passiert?
Das ist richtig. Der Wettkampf war tatsächlich schon gelaufen, als er überhaupt losging. Mein Teampartner Christian Alles hat sich noch in Deutschland eine dicke Grippe eingefangen und ist noch mit Fieber angereist. Die Erste Etappe hat er noch versucht sich durchzubeißen. Nach 10km zog es ihm den berühmten Stecker. Wir konnten größten Teils nur noch gehen. Das Fieber kam zurück. Ich habe noch nie jemanden so leiden gesehen. Aller größten Respekt. Am zweiten Tag beschloss Christian nicht mehr zu starten. Ich durfte dann den eigentlichen Teamwettbewerb solo als Training nutzen. Mit P6 auf der zweiten Etappe habe ich dann gezeigt, was wirklich drin gewesen wäre!

Wie muss man sich so eine Veranstaltung vorstellen? Wilde Tiere? Hitze, Sand und Staub?
Oh ja, das Profil ist der Pfalz doch sehr Ähnlich. Aber die Wegbeschaffenheit, schroffe, felsige trails wechseln sich mit sandigen Abschnitten ab, das bin ich so gar nicht gewöhnt. Eine Schlange (warscheinlich eine Puffotter) habe ich am Rand gesichtet, sowie jede Menge Echsen. Es war aber zu keinem Zeitpunkt gefährlich. die Hitze war in der Tat extrem, generell habe ich da auch riesige Probleme. Doch in Afrika ist es für mich wesentlich angenehmer als bei gleichen Temperaturen in Europa. warum auch immer?

Was für Leute starten dort bei einem Etappenrennen? Wie ist die Stimmung? Eher verbissen oder Party?
4. Die Stimmung ist zweigeteilt. Im Feld ist es eine riesen Party mit Verkleidungen, viel Lachen, Jubeln und dem Bier danach. In der Spitze ist der Kampf doch sehr hart. Vom Erhalt des Preisgeldes scheinen viele Existenzen der Spitzenläufer abzuhängen. Sie sind professionell.


Was konntest du neben dem Rennen noch alles in Laufschuhen erleben?

Nach dem Wettbewerb hatte ich mit Robert noch zwei Tage. Wir haben unter Anderem den Tafelberg bestiegen. Direkt von 0 auf über 1000m. Das war für mich als Pfälzer doch sehr aufregend, diesen Mhytos zu erklimmen und die doch völlig andere Fauna und Flora zuerleben.


Was wirst du mit nach Hause nehmen? Was war am eindrücklichsten für dich?

Besonders, leider auch negativ beeindruckt hat mich die soziale Differenz der Bevölkerung. Von grenzenlosem Reichtum, bis zu absoluter Armut ist auf wenigen Quadrarmetern alles vertreten, das gibt mir doch sehr zu bedenken. Sowie die hohe Kriminalität. Das wird noch lange dauern um es zu verarbeiten.
Eine Rückkehr nach Südafrika ist schon geplant, evtl. Capetown-Ultratrail. Und mit AfricanX ist auch noch eine Rechnung offen!

Fotos von:Tobias Ginsberg, Jetline Action Photo

http://www.stillwatersports.com/event/africanx-trailrun/

Stage 1: Start: 35km – 1200m Ascent
Stage 2: : 33km – 1000m Ascent
Stage 3: : 23km – 850m Ascent

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Edwin Sesipi and Givemore Mudzinganyama photo credit Tobias Ginsberg

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