Golden Trail (Inter-)National bei Sierre Zinal und im Pitztal

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von Benni Bublak

Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen der Golden Trail Series. Die World Series machte halt in der Schweiz, während die nationale Serie im Pitztal stoppte. Wir berichten vom Berglauf-Klassiker Sierre Zinal und vom Pitz Alpine Glacier Trail.

Sierre Zinal

Traditionell treffen sich Anfang August die Besten der Besten aus dem Berglauf- und Trailrunningsport im Wallis, um sich auf dem 31 Kilometer langen Kurs zu messen. So auch dieses Jahr. Wahrscheinlich gibt es kein anderes Rennen auf der Welt, welches in den Top 100 so stark besetzt ist. Ebenfalls einzigartig: Die Frauen starteten 15 Minuten vor den Männern, was der Sichtbarkeit des Frauenrennens auf jedenfall zu Gute kam. Am Ende setzten sich die Favorit*innen Kilian Jornet und Maude Mathys durch und gewannen das Rennen. Tatsächlich lief die Schweizer Salomon Läuferin als Erste über die Ziellinie, kurz vor dem Katalanen Jornet, der es nicht ganz schaffte den 15 Minuten Vorsprung zu egalisieren. Ein sehr intelligentes Rennen lief der Zweitplatzierte Robbie Simpson. Der Terrex Athlet war zu Beginn nichtmal in den Top Ten und kämpfte sich eine Position nach der anderen nach vorne, um am Ende den schnellsten Downhill des Feldes zu laufen und mit nur 42 Sekunden Rückstand auf Kilian einzulaufen. Nach seinem nun schon vierten 2. Platz bei diesem Rennen, hätte der Schotte auch den Sieg mehr als verdient gehabt. Die aus dem Berglauf Weltcup bekannten Athleten Cesare Maestri (Italien) und Lengen Lolkurraru (Kenia) folgten mit wenig Abstand auf Platz 3 und 4.

Bei den Frauen feierte Maude Mathys einen unangefochtenen Start Ziel Sieg. Dennoch war ihr Vorsprung nicht so groß, wie vielleicht manche erwartet hatten. Das lag an der in Zürich lebenden Niederländerin Nienke Brinkmann (Siegerin Zermatt Marathon 2021), die nur knappe 3 Minuten dahinter als zweite Frau finishte. Die Französin Anais Sabrie vom Team Matryx komplettierte das Podium. Sehr stark war der 31. Platz von Kim Schreiber. Die Adidas Terrex Läuferin aus München bewies Nervenstärke und Mut, indem sie sich dem wohl besten Läuferinnenfeld weltweit stellte und eine gute Platzierung erlief. Die kompletten Ergebnisse findet ihr hier.

Top Ten Platzierungen Sierre Zinal 2021

Bilder: Jordi Saragossa, Martina Valmassoi

 

Pitz Alpine Glacier Trail

Zur Golden Trail National Serie (DACH) gehörte der Taschachferner Trail (28 km, 1600 hm) beim Pitz Alpine Glacier Trail. Dementsprechend stark besetzt mit den Top Trailrunner*innen aus Österreich und Deutschland war dieser Lauf. Während bei den Frauen die Favoritin Anna Hahner ihren nächsten Sieg einfahren konnte, reichte es bei den Männern für den Favorisierten Auf der Heide nur zu Platz zwei. Knapp 2 Minuten schneller war der junge Allgäuer Marc Dürr aus dem Skimo Nationalteam Deutschland, der einen der Verpflegungsposten nutzte, um sich vom Terrex Athleten Auf der Heide zu distanzieren. Knapp dahinter auf Platz drei folgte der Zillertaler Andreas Rieder. Mit etwas größerem Abstand liefen auf die Plätzen vier und fünf Andreas Schindler (Hoka) und Christoph Lauterbach (Adidas Terrex). Interessant: Erst auf Platz 7 erreichte mit Johannes Nussbaumer der erste Salomon Athlet die Ziellinie. Stärker schnitt eine Salomon Dame ab. Aoife Quigly lief zwischenzeitlich sogar vor Hahner auf Platz 1 bevor sie in der zweiten Rennhälfte mit Magenproblemen zu kämpfen hatte. Dennoch war sie hochzufrieden mit ihrem zweiten Platz. Platz drei belegte die Terrex Athleten Dioni Gorla vor Lena Laukner und Lisa Risch.

Top Ten Platzierungen PAGT 30 (Golden Trail National Series)

Bilder: Johannes Überbacher

 

Dramatische Schicksale ereigneten sich bei den längeren Distanzen. Neben den schnellsten Läufern des P60 und des P90 nahmen auch die drei Bestplatzierten der Königsdistanz über 105 Kilometer nach knapp 30 Kilometern im Rennen eine falsche Abzweigung. Beim Pitz Alpine Trail muss ein Teil der Strecke doppelt gelaufen werden. Die besagten Läufer liefen also statt des zweiten Loops den deutlich kürzeren vierten Loop und bemerkten ihren Fehler erst sehr spät, da dieser Teil der Strecke für den späteren Abschnitt des Rennens schon markiert war. Für Walter Manser (Schweiz), Matei Oravec (Slowakei) und Adrian Niski (Innsbruck) bedeutete dies die sehr bittere Disqualifikation. Plötzlich auf Platz eins gespült wurde dadurch der erfahrene Matthias Dippacher. Der 44 Jährige Dynafit Läufer hatte am Anfang noch mit Problemen zu Kämpfen, kam aber immer besser ins Rennen und lief am Ende ungefährdet auf Platz 1 ins Ziel. Am Abend musste der Wettkampf dann aufgrund nahenden Starkregens abgebrochen werden. So finishten die komplette Distanz am Ende nur eine Frau (Platz 1 für Shari Wilkens) und 11 Männer.  Die kompletten Ergebnisse findet ihr hier.

Sieger der Königsdistanz Matthias Dippacher vor der Watzespitze im Pitztal

Weitere Rennen des Wochenendes waren das Tromso Skyrace, Teil der Skyrunner World Series, dieses Jahr aber eher von nationalem norwegischen Format (Ergebnisse hier) und der KAT 100, ein 100 Meiler und viele weitere Distanzen in den Kitzbühler Alpen (Ergebnisse hier).