Davos, Montreux und Großbritannien: Überaus ereignisreiches Trail-Wochenende trotz Krise!

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Wow! Was für ein Wochenende. Betrachtet man die Ereignisse der letzten 2 Tage, könnte man meinen alles wäre wieder wie immer. Ein tolles Sommer Wochenende voller Trailrunning Highlights. Wären da nicht die Bilder mit den maskierten Läufern, welche uns vor allem aus der Schweiz erreichen.

Ja in der Schweiz hat die Wettkampfsaison schon volle Fahrt aufgenommen. Das Montreux Festival am Genfer See schaffte es zahlreiche internationale Topläufer an den Start zu bringen. Beim 30 Kilometer langen Skyrace siegt der Schweizer Remi Bonnet vor Simon Gosselin und Nicolas Bucci. Dynafit Athlet Hannes Namberger läuft auf einen hervorragenden fünften Platz. Auch die Damenwertung war hochkarätig besetzt. Maude Mathys (Schweiz) gewinnt vor der Französin Anais Sabrie und der Italienerin Elisa Desco. Ein echtes Brett muss der der 110 Kilometer lange und mit 8000 Höhenmetern gespickte MXTREME gewesen sein. Über 14 Stunden war der Sieger Jean-Philippe Tschumi (Schweiz, Sieger Eiger Ultra 2019) unterwegs. Andy Symonds und Ludovic Pommeret folgten in respektvollem Abstand auf den Plätzen zwei und drei. Der Allgäuer Matthias Dippacher lief in einem stark besetzen Feld auf Rang 8. Die aus den Niederlanden stammende Wahl-Spanierin Ragna Debats holte sich als einzige Nicht-Schweizerin einen Sieg beim Montreux Trailfestival und sicherte sich den ersten Platz beim Ultra, gefolgt von den Französinnen Audrey Tanguy und Maryline Nakache. 

(c) visualps.ch

Das zweite große und traditionsreiche Rennen fand im schweizerischen Davos statt. Beim Swiss Alpine wurde auf zwei Tage verteilt auf insgesamt vier alpinen, wenn auch sehr laufbaren und mit moderaten Höhenmetern versehenen, Strecken um die Wette gelaufen. Den neu aufgesetzten Königslauf über 68 Kilometer gewann der junge Italiener Riccardo Montani, der den Schweizer Raphael Sprenger erst auf den letzten Metern überholte. Etwas frustiert war der Favorit und drittplatzierte Stephan Wenk, der nach 18 Kilometern eine falsche Abzweigung nahm und 20 Minuten einbüßte. Er war wohl so schnell unterwegs, dass die Streckenposten die Route noch nicht abgesteckt hatten. Die Rennleitung bewies Größe und erklärte Wenk zum moralischen Sieger und zahlte ihm die gleiche Siegprämie wie dem Italiener aus. Bei den Frauen gewann die in Salzburg lebende Tschechin Marcela Vasinova. Die eigentlich auf kürzere Skyraces spezialisierte Dynafit Läuferin bewies auch auf langer und laufbarer Distanz ihre Stärke und verwies die Schweizerinnen Kathrin Götz und Luzia Bühler auf die Plätze. Einen ausführlichen Bericht über den Swiss Alpine liefern wir im nächsten Heft. 

(c) Andy Mettler

Aber auch in Sachen Fastest Known Times war dieses Wochenende außergewöhnlich. Hotspot war hier Großbritannien. Schon Freitag Abend lief der 44-jährige Damian Hall im englischen Edale ein und beendete damit seinen 61 Stunden und 34 Minuten dauernden Rekordlauf über den 268 Meilen langen Pennine Way. Erst letzte Woche hatte der Amerikaner John Kelly den seit 31 Jahren bestehenden Rekord von Mike Hartley geschlagen. Inov-8 Athlet Damian Hall lief jetzt nochmal 3 Stunden schneller als sein Freund die Woche zuvor. Sehr wichtig war dem Journalisten und Klimaaktivisten dabei auch die Aufmerksamkeit auf die drohende Klimakatastrophe zu lenken. Sein Lauf wurde als „carbon-negative“ zertifiziert und ein Team von 11 Pacern sammelte während des Laufs Müll von der Strecke. 

(c) Inov-8 Dave McFarlane

 

Außerordentlich hoch einzuordnen ist auch die Leistung der Britin Beth Pascall, die eine neue Bestzeit auf der wohl bekanntesten FKT-Route überhaupt, der Bob Graham Round, aufstellte. Nur 14 Stunden und 34 Minuten benötigte sie für die prestigeträchtige Runde (ca. 100 km und 8000 Höhenmeter) im englischen Lake District und schlug die bisherige Rekordzeit von Jasmin Paris  um 50 Minuten und war damit nur eine Stunde und 42 Minuten langsamer als der männliche Rekordhalter Kilian Jornet.  

(c) Sam Benard

 

 

 

 

(c) visualps.ch

(c) Clemens Niedenthal

(c) Inov-8 / Dave MacFarlane

 

 

 

 

 

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