Das war der 4. Lichtenstein Trail…

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Rückblick 4. Lichtenstein Trail am 12. Mai

Zeit um diesen Samstag auszuleuchten.
Lichtenstein. Schwäbische Alb. Zum vierten mal bereits.
Trailrunning im Mittelgebirge und einer Gegend die vor wenigen Jahren noch garnicht wusste, dass sie für diesen Sport wie geschaffen ist.

Ein Trailmarathon und ein Trailhalbmarathon. Kein Ultra. Auch das eine Entscheidung die wir uns gut überlegten, wie die Sache mit den „inoffziellen Deutsche Meisterschaft“.
Kein Ultra, weil die Distanzen darunter unterrepräsentiert sind und doch so wichtig sind um in den Sport einzusteigen oder junge Läuferinnen- und Läufer auf den Trail zu holen. Nein, es gab keine Nationalhymne bei der Siegerehrung und wir betonten auch nicht ständig, dass es hier um Meisterehren geht. Diese erste DM, ganz ohne Verband, sollte ein Zeichen sein. Ein Signal. Ein „Hallo, hier ist eine Lücke! Schaut dachmal!“

Und bevor wir über die beiden Rennen reden – Lichtenstein und seine Trails wären in Zukunft auch für eine offizielle Deutsche Meisterschaft ein Hotspot. Ob unser Sport nun überhaupt solch eine Meisterschaft braucht ist eine andere Frage, aber dass er aktuell Meisterschaften im Ultratrail, 24 Stunden-Lauf und über einige andere eher antik wirkende Disziplinen feiert, ist uns nicht entgangen.

Jonathan Wyatt war dabei. Krass. 7-facher Berglaufmeister. Eine lebende Legende, die mir quasi am Start mit Schnupfennasen entgegenhüstelte, dass er so nicht mitlaufen kann. Hach. Dass Jono dann aber als Cheerleader an der Strecke für Stimmung sorgt war großes Kino. Ein Profi der Kerl.

Der Halbmarathon über 22 km und 1000 hm wurde von Marcus Baur und Florian Reichert gewonnen. Timo Zeiler, der mehrfache Deutsche Meister im Berglauf und Lokalmatador lief als Dritter ein. Zufrieden und mit der Erkenntnis, dass mit weniger Training und einer jungen Familie eben etwas weniger drin ist. Die entspannte Haltung steht ihm übrigens gut.

Bei den Damen lief Monika Pletzer von der LG Bilder ein fabelhaftes Rennen und war nach nur 2:01:04 im Ziel. Mal sehen was sie in Zukunft auf Trails zeigt.

Der Marathon wurde zur Hitzeschlacht und auch für alpine Ultratrail-Routiniers zu einer Herausforderung. Der Südtiroler Rudi Schöpf, zu Hause von echtem Felsmassiv umgeben, schwärmte von der Strecke und landete als „ü60 Sieger“ mit blutigen Knien im Ziel. Hinter ihm Gerald Blumrich aus Kempten. Beide waren überrascht von der Härte dieser ständig „unflachen“ Strecke, die es auf 1800 hm und 44 km bringt. Bei den Damen war es schliesslich Juli Witt aus Füssen die in unter 5 Stunden, in 4:50:10 siegte und damit zusammen mit ihrem Lebensgefährten Michael Arend den Marathon gewann. Michael machte seine Ankündigung vor dem Start, unter 4 Stunden laufen zu wollen, zwar nicht wahr, aber er drückte dem Rennen vom ersten Meter an den Stempel auf. In 4:03:38 war er souverän unterwegs und verwies Vorjahreschamp Flo Felch auf den zweiten Rang. Ach ja, dieser Flo Felch – startete quasi in Lichtenstein erstmals für unser TEAM TRAIL Magazin und für Scott Sports. Was ein toller Einstand und was ein netter Sportsmann.
Überhaupt war die Stimmung locker und lässig und bei allem sportlichen Ehrgeiz immer auch angemessen fair.

Von rund 400 Startern kamen 322 ins Ziel.

Solch ein Event im Rückblick zu beschreiben ist auch ein DANKE an alle die so eine Veranstaltung möglich machen, denn was viele nicht sehen, die sich bei einer Startgebühr von 29 Euro (Halbmarathon) über ein fehlendes Finishertrikot beschweren, ist der Einsatz einer 20-köpfigen Roten-Kreuz-Crew, einer ganzen Schulklasse die Abzweigungen im Blick hatte, ein Bauhof, der den Ort sperrte, eine Gemeinde die sich für Genehmigungen einsetzte, eine Streckengenehmigung die eine Natura2000-Vorprüfung beinhaltet usw.

Danke an unseren Gerd, an Markus, an Karl-Heinz, an die Damen der Bewirtung und und und und…ja Hausberg-Crew und Schlussläufer, Verpflegungsstellenleute und IGL Reutlingen….unmöglich alle zu nennen.

Die ganze Veranstaltung war ein Tag mit viel Sonne und Herzlichkeit in Gedenken an unsere im Februar verstorbene Mutter Ingrid Wischniewski die in den letzten Jahren den Lichtenstein Trail prägte und mit Seele und viel Liebe ausfüllte.

Ein ausführlicher Bericht über den 4. Lichtenstein Trail findet ihr in TRAIL 5/2018 ab August.

Alle Resultate:
http://my5.raceresult.com/85634/

1 Kommentar on "Das war der 4. Lichtenstein Trail…"

  1. Karl Magnus Westphal

    Hi Dennis,
    War ein toller Wettkampf, hat mir sehr gefallen. Eine Frage habe ich noch, ist der Lauf eigentlich ITRA gelistet?
    Grüße Karl

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